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IMCA 2012: Ein Wochenende der besonderen Art für Inge und Pixel

IMCA/PAWC 2012 in Wieze Belgien – Ein Wochenende der besonderen Art – oder:
Steht gute Laune eigentlich auf der Dopingliste ?

Am 1. Septemberwochenende fand in Wieze/Belgien die 13. IMCA (International Mix and Breed Championchip Agility) und die 11. PAWC (Par Agility World Cup) statt. Und Pixel und ich durften dabei sein !
Insgesamt 16 Nationen nahmen teil, darunter auch 3 IMCA Starter aus Japan und eine PAWC Starterin aus Russland,die über 3000 km im Auto bis nach Belgien zurück gelegt hatte ! Einfache Strecke !
So viel Enthusiasmus wurde durch ein ganz besonderes Turnier belohnt. Schon im Vorfeld wurde alles bestens von unserem deutschen Organisationsteam bis ins Detail vorbereitet: man traf sich am Mittwoch Abend zum Ausschmücken des Deutschen Fanblocks und so erstrahlte unser Teil der Zuschauertribüne bald in schwarz-rot-gold.

Am Donnerstag war dann am frühen Morgen „Vet Control“ angesagt. Hier wurde nicht nur der Impfpass kontrolliert, sondern auch jeder einzelne Hund von einem Tierarzt gecheckt. Danach ging es weiter zum Training. 1 Stunde für 15 IMCA und 17 PAWC Teams schien ganz schön wenig, aber dank minutengenauer Aufteilung und parallelem Arbeiten auf  3 Sequenzen kam jeder auf seine Kosten und außer Puste.
Der Rest des Tages war frei und so nutzen Pixel und ich mit einigen Anderen die Gelegenheit zu einem Ausflug an die belgischen Küste. Endloser Sandstrand an dem die Hunde sich so richtig austoben konnten – schade nur, dass das die Nordsee Pixels grünes Lieblingsbällchen verschluckt hat, aber vielleicht freuen sich ja die Robbenbabies darüber......
Am Abend dann noch die Eröffnungszeremonie: Einmarsch mit Fahne, wir alle in unseren tollen Mannschaftsshirts und selbst die Hunde waren „geschmückt“. Geschenke zwischen den Nationen wurden ausgetauscht (Danke Tschechien für den tollen Fresskorb!)  - erstes Gänsehautfeeling und es sollten noch viele solcher Momente folgen....

Freitag ging es für uns mit den Jumpings individual los. Unser Parcour wurde von Dave Hutchinson aus England gerichtet und er hatte einen anspruchsvollen, aber rund zu laufenden Parcour gestellt. Und gleich zum Auftakt gelang uns ein fehlerfreier Lauf der uns auf Platz 4 von über 40 Startern brachte. Keine schlechte Ausgangslage, müssen doch die 3 Erstplatzierten erst mal die Nerven für einen 2ten fehlerfeien Lauf beisammen halten.  So konnte ich bestens gelaunt den Jumping-Läufen der PARAs zuschauen, bzw. als Helfer im Startbereich unsere Teams begleiten.
Es ist unmöglich hier zu beschreiben, was für tolle Läufe hier geboten wurden. Die PARAs starten in 6 Gruppen, je nach Handicap (z. B. Elektrischer Rollstuhl, handbetriebener Rollstuhl und verschieden Läuferklassen, je nach Grad der Beeinträchtigung) und zeigten allen, was wahrer Sportsgeist ist. Ein Team kann man auch sein, wenn man nicht so schnell wie der Wind rennen kann und „Leistung“ lässt sich nicht nur in Sekunden messen. Sondern auch daran, dass man kämpft – manchmal bis zum Umfallen (und das meine ich wörtlich !!!) - und einen unbändigen Lebensmut beweist.
Und das alles immer eingebunden in eine absolut entspannte Atmosphäre in der Halle. So wurde die Parcourbegehung beendet, indem 3 Helfer mit einem Absperrband den Parcour als menschliche „Schneeschieber“ räumten und während ein neuer Parcour aufgebaut wurde tanzen die Teilnehmer unter der Anleitung von Walter Casier (Richter ! Und im wirklichen Leben wohl Tanzlehrer) auf dem Teppich was das Zeug hielt...
Steht gute Laune eigentlich auf der Dopingliste ? Wir hatten nämlich jede Menge davon !!!

Am Samstag folgten dann die ersten A-Läufe für die PARAs und für die IMCAs die Teamwettbewerbe.  3 von 4 Teams kommen in die Wertung, einer durfte also jeweils „patzen“. Leider liefen  in unserer Small-Mannschaft beim Jumping gleich  Zwei ins Dis (unter anderem auch ich !); damit war klar, dass wir in der Gesamtwertung keine Chance haben würden. Da es aber getrennte Wertungen für die Team-Jumpings und die Team A-Läufe  gab, wollten wir hier wenigstens nochmal zeigen, was wir wirklich drauf haben. Und so schafften wir 3 fehlerfrei Läufe, Pixel mit Bestzeit aller Teilnehmer und wir landeten auf Platz 1 der A-Lauf-Teamwertung ! Was für ein geiles Gefühl am Abend bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen zu stehen !!!

Am Sonntag ging es dann um die Wurst.
Gleich am Morgen waren wir als erster Wettbewerb mit dem Agility/Einzel/Small dran. Mir ganz lieb, so hatte ich keine Zeit Nervosität aufzubauen. Der Parcour diesmal von Roger Van de Laarschoot aus den Niederlanden, dem Ereignis angemessen: einige Schlüsselstellen an denen Verleitungen lauerten oder unbedingt ein Wechsel geschafft werden musste , aber mein Plan stand und ich war wild entschlossen ihn so auch durchzuziehen. Da in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung aus dem Jumping gestartet wurde, mussten wir bis fast zum Schluss warten (nicht meine Paradedisziplin). Aber auch hier kam wieder unsere geniale Organisation zur Hilfe: 2 persönliche Starthelfer im Eingangsbereich, die einen ständig auf  dem Laufenden hielten, wie viele Starter noch vor einem sind und einem einfach ein gutes Gefühl vermittelten. Danke !

IMCA Siegerehrung

Und dann passierte das Unglaubliche : wir schafften erneut einen fehlerfreien Lauf (in der zweitbesten Zeit) und damit hatte ich mein Ziel für die IMCA allemal erreicht. Doch nicht genug: Da der bislang führende Italiener am vorletzten Hindernis (der Wippe) eine Verweigerung und dann letztendlich auch noch ein Dis hatte, erreichten wir Platz 3 der Gesamtwertung im small ! Ich kann es immer noch nicht glauben – der kleine Pixel war sooo brav und hat auch das ganze Drumherum souverän weggesteckt  - meine kleine Rennsemmel....
Die PARAs hatten dann nochmal einen weiteren A-Lauf, hier ging es darum gute Platzierungen zu halten oder auszubauen und alle gaben wieder ihr Bestes. In der Halle war es teilweise mucksmäuschenstill, da hier fast nur mit Stimme und viel weniger mit Körpersprache gearbeitet wird – umso tosender dann der Beifall nach einem gelungen Lauf – wie gesagt: Gänsehautfeeling gab es viel an diesem Wochenende.
Am Abend dann noch die Siegerehrung: fast 2 Stunden lang, aber keine Minute möchte ich missen. Was haben wir gejubelt, geklatscht und die  Fahnen geschwenkt – es war unglaublich. Und ganz zum Schluss dann noch die Megaüberraschung für uns alle: Das Deutsche Team gewann die Nationenwertung (best performing Nation) und hier hatten die PARAs einen ganz großen Anteil am Erfolg.
Insgesamt war es ein unglaubliches Wochenende, neben allen sportlichen Erfolgen habe ich mich besonders  gefreut so viele  wunderbare Menschen kennen gelernt zu haben, die alle durch ihr gemeinsames Hobby verbunden sind.

Wir sehen uns hoffentlich 2013 in Ungarn !

Und für alle die es interessiert: es gibt auch eine Hompage mit Link zum Livestream und schöne Bilder von Ian Watts.

Inge mit Pixel und Fluse (die natürlich auch dabei war !!!!!)